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Das neue iPad ist da!
Es klingt vielleicht komisch, aber: Dass man die Zukunft in Händen hält, spürt man sofort. Weil plötzlich alles ganz einfach ist. Hier tippen, da kippen, schnippen, wischen: So leicht (und cool) wie das iPad war noch nie ein Computer zu bedienen. Aber ist das neueste Apple-Gadget denn einer? Und: Wozu ist das flache Ding überhaupt gut?
Seit knapp zwei Monaten ist das iPad in den USA auf dem Markt, mehr als zwei Millionen wurden dort bereits verkauft. Jetzt ist es in Deutschland angekommen, dieses flache Technikbrettchen, das aussieht wie ein abgerupfter Notebook-Bildschirm. Keine Tastatur, keine Maus, kein USB, keine Kamera, nur ein Knopf unten, einer an der oberen und zwei an der rechten Seite – viel hat das iPad erst mal nicht zu bieten. Weglassen ist oberster Grundsatz in Apples Firmenphilosophie.
Die diesmal erstaunlich gut funktioniert: Weil es nach nichts aussieht, kann das iPad alles sein. Und weil es für nichts wirklich benötigt wird, kann man vieles damit anstellen. Es sind die Apps (engl. Applications = Anwendungen), kleine Programme, die schon das iPhone zum Erfolg machten und die das Gerät in Sekunden verwandeln: in eine Spielkonsole, ein Fotoalbum, ein Buch oder in Kino und Fernseher. "Mehr als 75 Millionen Menschen wissen sofort, wie man ein iPad bedient", versprach Apple-Boss Steve Jobs, als er das Gerät präsentierte – so viele Exemplare des iPhones und des Musikspielers iPod wurden bislang verkauft. Tatsächlich merkt man dem iPad, weil man mit den Fingern direkt auf dem Touchscreen umblättert, vorspult, malt, steuert, zoomt, die Verwandtschaft mit einem Computer nicht an.
Das ist auch besser so, denn damit verglichen ist das iPad schwach auf der Brust: Der Arbeitsspeicher von 256 Megabyte ist ein Witz, 16 bis 64 Gigabyte Platz für Daten sind nicht viel, im WLAN-Netz bewegt sich das iPad gemächlich. Umso überraschender, dass ihm bei Game-Grafik nicht die Puste ausgeht. Außerdem hält eine Akkuladung zehn Stunden, sogar beim Videoschauen.
Neue Spielkonzepte machen das iPad auch für Gamer interessant – nicht nur, weil man bei Rennspielen das ganze Gerät als Lenkrad benutzt. Der Multitouch-Bildschirm, den man flach auf den Tisch legen kann, ist ideal für zwei Spieler, der Spielhallenklassiker "Airhockey" liefert darauf einen Vorgeschmack. "Das iPad hat eine sehr präzise und intuitive Steuerung", sagt Alexandra Pontikis vom Handy- und iPhone-Spieleentwickler Gameloft, "das ermöglicht eine neue, kreative Generation von Games."
Zahlen und Fakten zum iPad
Das iPad ist ca. 23,4 x 19 Zentimeter groß, 1,3 Zentimeter dick und wiegt je nach Modell 680 bis 730 Gramm.
Es spielt Musik und HD-Videos (720p) ab, Lautsprecher, Bluetooth, WLAN und Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon sind integriert.
Der Akku hält ca. zehn Stunden.
Das iPad gibt es mit 16 bis 64 GB Flashspeicher sowie mit oder ohne UMTS- und GPS-Modul.
Es kostet zwischen 499 und 799 Euro.
Überblick: Die vier besten Apps fürs iPad
Alice im Wunderland
So macht Lesen Laune: Der Klassiker von Lewis Carroll als animierte Version, in der es auf beinahe jeder Seite etwas zu spielen gibt. Mal regnet es Blütenblätter, mal wird Alice zusehends größer.
Bislang nur auf Englisch zu haben (8,99 Dollar).
Sky Sport
Zum überall Gucken: Abonnenten empfangen via WLAN auf dem iPad die Sportangebote von Sky inklusive Bundesliga, Champions League, Formel 1 – und alle Spiele der WM in Südafrika. Plus: Videoclips und Datencenter.
Real Racing HD
Fast wie im richtigen Auto: Beim Rennen wird das iPad zum Lenkrad, Strecke, Auto und Lackierung kann man individuell wählen – den Schwierigkeitsgrad auch.
Die tolle Grafik macht das Rennen besonders realistisch (7,99 Euro).
The Iconist
Opulente Bilderwelten: Im Lifestyle-Magazin der "Welt am Sonntag" kann man virtuell durch eine Hotelsuite schlendern und hinter die Kulissen von Modeshootings schauen.
Die App erscheint alle drei Monate neu (4,99 Euro).
Wer nichts fürs Zocken übrig hat, nutzt das iPad zur Lektüre: Die Apple-eigene App "iBooks" macht den E-Book-Readern Konkurrenz. Die sind zwar leichter als das 680 Gramm schwere iPad, dafür sind mit diesem aber auch multimediale, interaktive Inhalte möglich: "Alice im Wunderland" zum Beispiel wird auf dem iPad richtig lebendig, mit vielen Animationen und Spielereien (siehe Bildergalerie). Und wer wirklich nur lesen mag, kann auf die Kindle-App tippen und Bücher kaufen beinahe wie mit dem Amazon-Gerät selbst.
Auch Zeitungen und Zeitschriften werden aufbereitet, um die besonderen Fähigkeiten des iPads – Lagesensor, WLAN, Audio – zu nutzen. Der "iKiosk" verkauft "Die Welt", "Welt kompakt" und "Welt am Sonntag kompakt" bereits als PDF-Ausgaben. Mit "The Iconist" bringt die "Welt"-Gruppe darüber hinaus eine speziell für das iPad entwickelte digitale Ausgabe seiner Lifestyle-Beilage heraus, inklusive Videos von Modeshootings, Panoramabildern einer Hotelsuite und weiterer schwelgerischer Optik. Wie bei einem Adventure-Spiel kann man Fotos tiefer erkunden, zusätzliche Informationen zu Produkten mit einem Tippen abrufen.
Fragt sich, ob man tatsächlich ein Gerät wie das iPad braucht, das zwar einiges kann, aber eben auch vieles nicht – Texte oder Fotos dürfen größtenteils nur von einer App bearbeitet und gespeichert werden, Apps nur vom Apple-Store direkt oder über das Programm iTunes geladen werden. Außerdem spiegelt der Touchscreen heftig – sofern man außer Fingerabdrücken überhaupt etwas sieht.
Womöglich ist es mit dem iPad ja wie mit Fernsehen, Handys und SMS: Ohne hat die Menschheit auch überlebt. Aber mit einfach ein bisschen angenehmer.
(Quelle: tvdigital.de)
